Der TV Langen startet in die neue Pro-B-Saison mit 15 statt 13 Teams. Diesmal gibt es drei Absteiger statt nur einen.
Wir danken der Offenbach-Post und Autor Jörn Polzin für die Genehmigung der Wiederveröffentlichung des Artikels vom 29.05.26
Langen – Wenn Jürgen „Jogi“ Barth einem bestimmten Duell in der neuen Pro-B-Saison entgegenblickt, kommt der Nostalgiker in ihm durch. Bayer Leverkusen wird im Sportpark Oberlinden gastieren, einstiges Aushängeschild im deutschen Basketball und immer noch prestigeträchtiger Standort mit reichlich Prominenz am Seitenrand. Trainer Michael „Mike“ Koch, Sportdirektor Hansi Gnad. „Das sind natürlich große Namen, auf die wir uns in Langen freuen können“, sagt der TVL-Manager, den auch persönlich einiges mit den früheren Nationalspielern verbindet. „Hansi kenne ich seit 40 Jahren, er wäre ja beinahe mal in Langen gelandet. Und Mike hat in seiner Gießener und Licher Zeit häufig gegen uns gespielt.“
Mit gemischten Gefühlen betrachtet Barth die Aufstockung der Süd-Staffel von 13 auf 15 Mannschaften, mit Pro-A-Absteiger Leverkusen, Rhöndorf sowie zwei Aufsteigern, dem finanzstarken Reutlingen und Weimar, Farmteam des Erstligisten Jena. Zumal es entgegen der vergangenen Spielzeit drei statt nur einen Absteiger geben wird. „Da müssen wir etwas in den sauren Apfel beißen“, meint Barth. „Andererseits sind die Fahrten auch nicht zu weit und wir haben zwei Heimspiele mehr.“ Würzburg ist abgestiegen, die starke Ulmer Talentschmiede hat den Sprung in die Pro A geschafft.
Grundsätzlich rechnet Barth mit einem „schwierigeren zweiten Jahr“. Bis zum ersten Sprungball Ende September müssen die Langener jedenfalls noch an einigen Stellschrauben drehen – sportlich wie organisatorisch. Mit der Lizenzerteilung – wie im Vorjahr unter Auflagen – ist der erste Schritt erfolgt. Noch steht die schriftliche Stellungnahme der Liga aus, Barth rechnet aber damit, dass es um die nachzuweisenden halben Stellen gehen wird. Die des Nachwuchskoordinators, da hat der Verein bereits einen Kandidaten ins Auge gefasst, sowie eine Position in der Verwaltung. Guter Dinge ist der Manager auch beim U16-Bundesligateam (JBBL), ebenfalls Bestandteil der verschärften Richtlinien. Der Entwurf eines Kooperationsvertrags mit der SG Weiterstadt ist auf den Weg gebracht. Zumindest drei Langener werden dann auch für das Team Südhessen auf Korbjagd gehen.
TV Langen: Vasiljevic verlässt die „Giraffen“
Beim eigenen Pro-B-Kader gibt es erste Bewegungen, wobei die Gespräche mit den Spielern noch nicht abgeschlossen sind. Fest steht, dass neben Drago Crnjac (wechselt in die 1. Regionalliga) auch Risto Vasiljevic nach vier Jahren den Klub verlässt. Den Flügelspieler, der sich vergangene Saison nach längerer Verletzungspause zurückgekämpft hatte, zieht es beruflich nach Bonn. „Die beiden werden uns fehlen, sie hatten einen großen Anteil am Aufstieg in die Pro B. Aber bei Risto muss man auch respektieren, dass er nach so vielen Jahren im Leistungssport jetzt andere Prioritäten setzt“, sagt Barth. Auch bei Philipp Hadenfeldt, Leon Fertig und Mike Agyemang stehen die Zeichen auf Abschied.
Dafür stehen zwei Zugänge in den Startlöchern: Paul Schwabe spielte zuletzt für die BSW Sixers aus Sandersdorf und bringt Erfahrung aus der Pro B und Regionalliga mit. Dazu ist der 20-jährige Center mit seiner Körperlänge von 2,10 Metern eine imposante Erscheinung. „Damit hilft er uns natürlich am Brett, gerade bei den Rebounds, er trifft aber auch gut aus der Distanz“, sagt Barth. Zwei Jahre jünger ist Nicolas Deetjen, der vom Regionalligisten Mainz kommt und einen familiären Hintergrund in Langen hat. Vater Peter Hering absolvierte mehr als 800 Spiele für den TVL, Mutter Nathalie trainierte einst die Rhein-Main Baskets. „Nico ist ein Flügelspieler mit gutem Wurf und Zug zum Korb“, beschreibt Barth den 1,93 Meter großen Hofheimer.
Fokus des TV Langen liegt weiterhin auf jungen Spielern
Weitere neue Gesichter neben den arrivierten Kräften wie Kapitän Niklas Pons, Aminu Abibu und Henk Droste sollen folgen, an Kandidaten mangelt es nicht. Einige stellen sich im Probetraining vor, andere werden über ihre Agenten angeboten. Anders als in der Vorbereitung im vergangenen Jahr, die nicht zuletzt wegen der vielen Ausfälle und Ungereimtheiten holprig verlief. „Wir werden weiterhin verstärkt auf junge Spieler schauen“, betont Barth. Alleine wegen der vergleichsweise begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Bei der geplanten ausländischen Verstärkung wollen sich die Langener aber Zeit lassen. Der Schuss muss sitzen. Um gewappnet zu sein, wenn die großen Namen nach Langen kommen.

© Leo F. Postl





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