Die 1. Herren in ihrer 3. Saison ununterbrochen in der 1. Bundesliga 

Trainer blieb weiterhin Jogi Barth und Bundesliga-Manager Rainer Tobien. Doch ihr Team sollte sich verändern.

„Am härtesten trifft den Verein der Rücktritt von Rainer Greunke. Der Nationalspieler muss seinem Beruf Vorrang einräumen,“ schrieb die FRANKFURTER RUNDSCHAU am 12.6.1987. Am 22. August gab es ein großes Abschiedsspiel mit zahlreichen Gästen, u.a. Ex-Giraffen sowie Nationalmannschafts-Kameraden von Rainer.

Mit ihm verließen Volker Misok, Peter „Rookie“ Reissaus und Achim Zedler den TVL, und für Peter Hering und Franz Schindler sollte ab jetzt das Studium Vorrang vor Bundesliga-Basketball haben.

Joe Whitney

Joe Whitney ging in seine 2. Giraffen-Saison

 

Als neuer Center kam von BG Bayreuth Ronald Knecht (206 cm), für den Spielaufbau wurde Eugen Tallo und als Flügel Marcus Egin (Junioren-Nationalspieler aus Bayreuth) gewonnen. Die wichtigste Personalie war die Rückkehr des Langener Junioren-Nationalspielers Norbert Schiebelhut von seinem 2-jährigen Ausflug nach Berlin, und auch die Rückkehr von Bertram Koch aus USA wurde mit großer Erwartung verbunden.

Die Saison begann mit einem 90:88-Sieg gegen Oldenburger TB. Knappen Niederlagen gegen Bayreuth und Berlin folgten weitere Mißerfolge bis zum 7. Spieltag (2:12), dann ein knapper Sieg gegen Ludwigsburg und am 18. Spieltag hatte der TVL die rote Laterne (4:32). Jetzt mußten Rainer Greunke und Peter Hering aushelfen, wurden wieder für die 1. Herren freigegeben. Beide hatten bis dahin 2. Herren gespielt. Und die Giraffen siegten im Hessenderby gegen MTV Gießen (94:90); es war erst ihr dritter Saisonsieg. Und mit Rainer in Superform (29 Punkte, dazu Norbert Schiebelhut 24 Punkte) gelang am letzten Spieltag noch ein 97:93 gegen Bamberg.

In der Abstiegsrunde spielten die Giraffen noch gut mit, mußten sich aber bei Bayern München entscheidend mit 93:95 geschlagen geben, Das bedeutete nach drei Jahren in der 1. Bundesliga den Abstieg. Doch Headcoach Jogi Barth begann sofort, die neue Saison in der 2. Liga vorzubereiten.

22.Saison-1987-88-Herren-1-750

 

Das „Opel-Team“ 87/88 mit (hinten v.l.n.r.): Joe Whitney, Bertram Koch, Jens Oltrogge, Eugen Tallo, Trainer Jogi Barth, Achim Zedler, Ronald Knecht; (vorn v.l.n.r.) Marcus Egin, Norbert Schiebelhut, Rainer Greunke, Peter Hering, Stefan Henneken, Wolfgang Bundke. 

 

TVL international:

Die Universiade 1987 in Zagreb mit Jogi Barth als Trainer der deutschen Studenten-Auswahl und den beiden „Giraffen“ Jens Oltrogge und Bertram Koch wurde mit einer Eröffnungsfeier für Sportler aus 117 Nationen und vor 60.000 Zuschauern fast ein olympisches Erlebnis.

Mit Nationalmannschaften spielten Bertram Koch (mit den Männern u.a. in Brasilien zur Vorbereitung auf die Olympia-Qualifikation), Jens Oltrogge und bereits zum zweiten Mal Jogi Barth als Trainer der B-Nationalmannschaft bei Turnieren in Luxemburg und Sofia.

 

Und sonst…

Als Spiele-Jubilare wurden ausgezeichnet Peter Hering (750 Spiele im TVL-Trikot) und Jens Oltrogge (500 Spiele).

 

Weitere Herren- und Damen-Teams

Die 2. Herren spielten mit Trainer Axel Rüber nach ihrem Aufstieg in der Regionalliga gut mit (Platz 4) und gewannen den Hessen-Pokal.

Die 3. Herren wurden 4. in der Bezirksliga (Coach Thomas Müller-Ali).

Die 4. Herren holten Platz 4 in der Kreisliga A mit den Trainern Rüdiger Lippert/Joe Whitney.

Die 5. Herren schafften ebenfalls den 4. Platz in der Kreisliga B (Trainer Thomas Arnold/Wolfgang Bundke).

Und die 6. Herren schafften in ihrer 2. und zugleich letzten Saison mit Coach Elmar Thomsen in der Kreisliga C Platz 1 und hätten sogar aufsteigen können, lösten sich aber nach der Saison auf.

Ein neuer Trainer begann mit den 1. Damen, für die zunächst 17 Spielerinnen bereit standen. Jochen Geiger-Dietrich stellte ein harmonisches Team zusammen, dem erneut in der Regionalliga der 3. Platz gelang.

Jörg Hofmann holte mit einem jungen Team als 2. Damen in der Landesliga Platz 1 und stieg in die Oberliga auf.

Die 3. Damen mit Spielertrainerin Christa Merkel wurden 2. Bezirksmeister.

 

…und die Jugend

Die A-Jungen (Jahrgänge 69/70) wurden mit den Trainern Thomas Arnold/Wolfgang Bundke Bezirksmeister.

Trainer Christoph Luft erreichte mit den B-Jungen (Jahrgänge 71/72) im Hessenfinale Platz 3.

Eine richtig gute Saison spielten die C-Jungen (73/74) mit Trainer Jens Staudenmeyer. Über Hessenmeister, Regional-Vize und Süd-Vize schafften sie es bis ins DM-Finale, wo sie Platz 4 belegten.

Bundesliga-Trainer Jogi Barth trainierte die D-Jungen (Jahrgänge 75/76).

Trainer Jörg Hofmann wurden mit den A-Mädchen (69/70) Hessen- und Regional-Meister.

Ein neues B-Mädchenteam (Jahrgänge 71/72) bauten Heike Hoffmann/Ulrike Keim auf, und gemeinsam mit Klaus Mewes auch ein neues C-Mädchenteam.

Silke Dietrich trainierte die D-Mädchen (Jahrgänge 75/76).

 

Was es sonst noch gab ?

Im Sommer 1987 reisten 17 Jugendspielerinnen mit TVL-Jugendwart Stefan Schwarze und den Trainern Jörg Hofmann, Axel Rüber, Jens Staudenmeyer für vier Wochen an die Westküste der USA, spielten in Washington, Oregon und Idaho, wohnten „homestay“, also bei Familien, und sie besuchten auch das „Northwest-Basketball-Camp“ für eine Woche.

22.Saison87-88-US-Reiseteam-wbl.-750Foto des USA-Reiseteams: Hinten v.l.n.r.: Axel Rüber, Yoko Sommer, Britta Walther, Birke Schmidt, Andrea Seidel, Daniela Philipowsky, Andrea Buchauer, Jens Staudenmeyer, Jörg Hofmann; Mitte v.l.n.r.: Sabine Betz, Heide Felke, Heike Hoffmann, Helga Neumann, Dominika Braun und Vorn v.l.n.r.: Astrid Zöller, Beate Brehm, Ulrike Keim, Kaja Kühl, Andrea Emmerich und Julia Wichmann.

Das BTI Langen (Vorstand: Jochen Kühl, Jürgen Fornoff) hatte sich bewährt. Geschäftsführer Jörg Hofmann, Sportlicher Leiter Axel Rüber und pädagogische Leiterin Anne Kühl hatten gute Arbeit geleistet, damit junge Basketball-Talente neben ihrem Training in relativ leistungs-heterogenen Teams zusätzlich 2-3-mal wöchentlich in leistungs-homogenen Kleingruppen individuell trainierten und schulisch so gefördert wurden, dass sie keinesfalls in ihren Schul-Leistungen absackten. Die Förderer in der anfänglichen Modell-Phase: Neben dem Land Hessen die Stiftung Deutsche Sporthilfe, die Stadt Langen, der Kreis Offenbach und die Flughafen AG.

Der Abteilungsvorstand war erheblich angewachsen, bestand aus Jochen Kühl (Abt.-Leiter) und den fünf stellvertretenden Abt.-Leitern Gisela Jahn, Jürgen Fornoff, Hans Hoffmann, Manfred Staudenmeyer und Karl-Heinz Neumann sowie Schiriwartin Bärbel Dietrich, Jugendwart Stefan Schwarze, Bundesliga-Pressesprecher Alex Hempel, Jugend-Pressewart Harald Sapper und Bundesliga-Manager Rainer Tobien.

Aus den HBV-Camps wurden 1988 mit TVL-Starthilfe und dank des Engagements von Bernd Kühne die „Hoop-Camps“ mit Sitz in Langen, die ab dann über viele Jahre mit vielen tausend Kindern in allen Schulferien und in ganz Deutschland zur festen Camp-Einrichtung wurden. „Du glaubst doch nicht im Ernst, dass Eltern Geld dafür bezahlen, damit die Kinder in den Ferien in ein Basketball-Camp fahren,“ sagte ein HBV-Funktionär vor den Camps zu Jochen. Jochen Kühl, damals als HBV-Präsident ebenfalls “HBV-Funktionär”, glaubte das, motivierte zuerst HBV-Lehrwart Carls-Ernst „Charlie“ Brisach und später Bernd Kühne zur Organisation der ersten HBV-Camps, aus denen später die „Hoop-Camps“ wurden. Und die Eltern zahlten gern, weil die Kinder sehr gern in die Camps kamen, viel lernten und stets jeweils eine Woche gut betreut wurden. Viele TVL-Trainer waren auch „Hoop-Camp“-TrainerInnen, so u.a. Bob Miller, Axel Rüber, Jörg Hofmann, Silke Dietrich.

 

Die Abteilungsleiter bisher:

Willibald Kinnebrock (1966-68)

Dieter Hoffmann (1968-70)

Harald Ziegler (1970/71)

Bernd Sladek (1971/72)

Zdenka Moguljak (1972/73)

Jochen Kühl (1973-75)

Kurt Spitzbarth (1975-77)

Jochen Kühl (1977-