Das hatten sich die Anwesenden im Sportpark Oberlinden sicherlich alle ein wenig anders vorgestellt: Nachdem der TV Langen im vorletzten Heimspiel der Saison ein überragendes erstes und ein solides zweites Viertel gespielt hatte, wirkte es lange, als hätten die Giraffen das Spiel im Griff. Unglückliche Entscheidungen in der Verteidigung ließen die BG Hessing Leitershofen dann nicht nur ins Spiel zurückkommen, sondern sicherten den Kangaroos spät im Spiel einen knappen 92:94-Sieg.
Gerade im ersten Viertel sah es noch ganz anders aus: Über weite Teile des ersten Spielabschnitts dominierten die Langener ihre Gegner. Trotz fehlenden Centers stand das Team defensiv gut und war auch offensiv sehr erfolgreich. Diese Dominanz schlug sich deutlich im Ergebnis nieder: 28:14 am Ende des ersten Viertels. Diesen Schwung nahm Langen dann auch ins zweite Viertel mit, in der 14. Spielminute führte das Team mit 22 Punkten. Dann jedoch schwang das Momentum in Richtung Leitershofen. Langen gelang es deutlich weniger gut, ihre Gegner zu kontrollieren. So erarbeiteten sich die Kangaroos immer wieder effektive Läufe, der Vorsprung schmolz trotz wiederholter Auszeiten auf ein 52:46.
Nach der Halbzeitpause blieb es zunächst ein offenes Spiel, ehe dann Leitershofen erneut in einen Lauf kam. Insbesondere Guard Brian Dawson war in dieser Phase brandgefährlich und als er per Dreier auf 59:58 verkürzte, nahm Langens Coach Tobias Jahn abermals eine Auszeit. Dieses Mal mit Erfolg: Insbesondere der überragend aufgelegte Alex Lagerman, der am Ende des Spiels sensationelle 34 Punkte auf seinem Konto verbuchen sollte, war in der Folge so gut wie nicht zu stoppen – drei Minuten vor der finalen Pause war ein zweistelliger Abstand wiederhergestellt. Leitershofen hatte das Spiel jedoch noch nicht abgeschrieben und beide Teams gingen mit 75:68 ins letzte Viertel.
Dieses war am Ende geprägt von zu vielen Unsauberkeiten auf Langener Seite. Immer wieder gab es ärgerliche Turnover, wiederholt wollten Würfe im Abschluss nicht fallen. So stand es nach viereinhalb Minuten dann 78:82 für die Gäste. Jahn brachte sein Team in einer Auszeit wieder auf Kurs – und schon lief es wieder besser für die Giraffen, die das Ergebnis zunächst auf ein 84:82 drehen konnten. Dann jedoch waren es wieder die Gäste und insbesondere Dawson, die sich in Szene setzten – ein starker Lauf brachte sie auf 84:90 bei etwas unter zwei Minuten Restzeit. Das Langener Team kämpfte in der Folge um jeden Ball, lief jedoch bis zum Schluss einen Rückstand hinterher. Mit taktischen Fouls hielten sie immer wieder die Uhr an und Leitershofen vergab von der Linie immer wieder wichtige Würfe, sodass die Hausherren beim letzten Angriff mit vier Sekunden Restzeit noch die Chance auf einen in die Overtime rettenden Ausgleich oder sogar den Sieg hatten. Leider wollte Alex Lagermans Buzzer-Beater-Wurf aber nicht mehr fallen und Leitershofen drehte einen 22-Punkte-Rückstand noch zu einem Auswärtssieg.
„Wir haben heute verloren, weil wir defensiv nicht konstant unseren Plan durchgezogen haben. Auch haben wir immer wieder die angedachten Ingame-Anpassungen vernachlässigt“, sagt Langens Headcoach über die Gründe, wie die Gegner zurück ins Spiel kamen. Am Ende sieht der Trainier jedoch letztlich viel positives innerhalb des Kaders, der ohne seinen US-amerikanischen Center die Saison beenden wird: „Diese Mannschaft will auf jeden Fall gewinnen und meine Jungs haben immer noch richtig Bock auf Basketball. Die Einstellung stimmt.“
Für den TV Langen spielten:
Niklas Pons (11 Punkte/10 Assists/4 Rebounds), Luca Eibelshäuser (2/1/0), Michael Agyemang (6/0/3), Henk Droste (8/0/6), Risto Vasiljevic (12/4/2), Aminu Abibu (3/1/4), Drago Crnjac (9/1/1), Alexander Lagerman (34/0/4), Paul Zaschel (0/0/0), Fabian Baumgarten (7/0/0)

(C) Marina Schwarz





