Später Run besiegelt Niederlage:
Es war vermutlich nicht das ansehnlichste Spiel der laufenden Saison 2025/26 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB. In einem hart umkämpften Spiel hatten sowohl der TV Langen als auch die angereisten Ahorn Camp Baskets aus Speyer immer wieder Phasen, in denen es taktisch nicht rund lief. Im letzten Viertel sah es dann eine Weile ganz gut aus für die Gastgeber aus Südhessen. Eine schwache defensive Phase führte jedoch zu einem 13-Punkte-Run für die Gegner, der letztlich vorentscheidend für die spätere 80:85-Niederlage sein sollte.
Langen trat im Vergleich zur Vorwoche wieder mit einer etwas tieferen Rotation auf. Philipp Hadenfeldt war auskuriert und Risto Vasiljevic machte sein erstes Spiel seit knapp drei Monaten. Allerdings waren Fabian Baumgarten und Topscorer Alex Lagerman krankheitsbedingt nicht einsatzbereit.
Offensiv erwischten die Giraffen dennoch einen soliden Start ins Spiel. Immer wieder funktionierte der Abschluss, sowohl aus der Distanz als auch beim Run in Richtung Brett. So erarbeiteten sich die Langener im ersten Spielabschnitt 27 Punkte. Allerdings haperte es zu diesem Zeitpunkt noch in der Defense. Zu oft war der Abschluss für Speyer zu einfach, das Resultat waren 24 Gegenpunkte. Schwach war dann insbesondere das zweite Viertel. Offensiv lief es nicht Rund für den TVL, insbesondere viele ärgerliche Turnover unterbrachen den Spielrhythmus. Auch fehlte es an Präzision im Abschluss. Entsprechend konnte die Mannschaft von Trainer Tobi Jahn sich glücklich schätzen, dass Speyer nicht gefährlich davonzog. Mit einem Halbzeitstand von 36:40 waren die Giraffen in dieser Phase gut bedient.
In der Halbzeitpause hatte Jahn offenbar die richtigen Worte in Richtung seiner Mannschaft gefunden. Die Leistung im dritten Viertel wirkte stabilisierter und vor allem taktischer. Die Defense stand endlich besser. So konnte Langen Kontrolle über das Spiel zurückgewinnen und zum Ende des Viertels auch die Führung an sich reißen. Entsprechend ging es mit 56:52 ins letzte Viertel.
Auch hier lief es zunächst sehr gut für Langen: Offensiv ließen sie den Ball laufen, fanden freie Wurfpositionen und verteidigten auf der anderen Seite konsequent. Knapp sieben Minuten vor Schluss hatte sich das Team ein kleines Polster aufgebaut und war mit 64:54 in Führung gegangen. Dann allerdings leisteten sie sich eine entscheidende Schwächephase: Nachdem Speyers Headcoach Carl Mbassa eine Auszeit nahm, um die Langener Hochphase zu unterbrechen und seine Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen, lief es nicht mehr gut für die Südhessen.
Felix Angerbauer erhielt zu häufig freie Würfe und schoss sich von der Dreierlinie heiß. Nicht einmal drei Minuten nach der Langener Führung hatten er und Routinier Daryl Woodmore dann den Vorsprung egalisiert und auf ein 64:67 gestellt. Zwar traf anschließend Jacob Washington ebenfalls per Dreier zum Ausgleich – es sollten aber vor allem die Baskets sein, die immer wieder kleine Läufe erzeugten. „In dieser Phase haben wir vor allem defensiv nicht das gemacht, was wir machen sollten“, betonte auch Jahn. Will heißen: zu viele freie Würfe von der Dreierlinie, zu häufig offene Wege in Richtung Brett. Langen kämpfte in der Schlussphase noch einmal und zeigte viel Willen, den Spielstand trotz gnadenlos herunterlaufender Uhr noch zu drehen. Näher als drei Punkte kamen sie jedoch leider nicht mehr heran. So endete das Spiel ärgerlich mit 80:85.
„Das Spiel heute müssen wir eigentlich gewinnen“, sagt Jahn nach dem Spiel und ergänzt: „Offensiv war unsere Leistung heute insgesamt in Ordnung. Leider machen wir aber zu viele kleine individuelle Fehler. Wir haben uns deutlich zu viele Turnover geleistet, aber auch zu viele offensive Rebounds zugelassen. Das ist vor allem dann ärgerlich, wenn wir eigentlich gut verteidigen, dann aber eine zweite Chance zulassen, die zum Korberfolg führt. Daran müssen wir härter arbeiten. Dennoch möchte ich sagen: Wir sahen heute in der Verteidigung insgesamt besser aus als in den letzten beiden Spielen.“
Für den TV Langen spielten:
Jacob Washington (13 Punkte/0 Assists/4 Rebounds), Niklas Pons (4/3/1), Luca Eibelshäuser (0/0/0), Michael Agyemang (2/0/0), Henk Droste (6/3/1), Risto Vasiljevic (3/0/0), Aminu Abibu (9/5/13), Philipp Hadenfeldt (8/2/3), Drago Crnjac (13/0/0), Paul Zaschel (0/0/0), Leon Fertig (22/7/4)

(C) Matthias Raith





(c) Mathias Reith