TV Langen 2 – Siegesserie in Roßdorf gerissen

Das jede Serie mal ihr Ende findet, war klar – dennoch war die Enttäuschung im Langener Lager nach der Niederlage in Roßdorf groß. Erneut entpuppten sich die Südhessen als „Angstgegner“ des TVL II und gewannen letztendlich knapp aber verdient die hart umkämpfte Partie.

Die Vorzeichen waren für die zweiten Herren wiedermal nicht die besten. Zwar kam Timo Haucke nach seiner zweimonatigen Verletzungspause zurück und sorgte auch direkt für wichtige Impulse, doch musste Coach Lohnes auf starting Center Moritz Overdick verzichten, der mit Fieber im Bett lag. Neben Blain-Cruz also der zweite fehlende Leistungsträger.

Der Beginn der Partie gehörte dem in den letzten Wochen wiedererstarkten Gastgeber. Immer wieder zwang Roßdorf den TVL durch aggressive Verteidigung zu schweren Würfen und konnte sich auf der Gegenseite mit einfachen Zählern am Brett belohnen – 6:2 nach drei Minuten. Langen stellte sich in der Folge allmählich auf die physische Gangart ein und fand langsam aber sicher besser ins Spiel. Nach sieben Minuten war die Partie beim Stand von 13:12 wieder völlig offen. Zum Viertelende schaffte es Langen, angeführt vom überragenden Niklas Butz, die erste Führung der Partie zu erzielen (15:17), die jedoch prompt wieder ausgeglichen wurde. Beim Stand von 17:17 ging es in die erste Viertelpause.

Im zweiten Abschnitt verschlief Langen erneut die ersten Minuten und hatte keinen Zugriff auf das Geschehen. Roßdorf legte einen starken 11:0-Lauf aufs Parkett und sorgte somit für den bis dahin höchsten Rückstand des TVL (28:19, 15. Minute). Coach Lohnes reagierte folgerichtig mit einer Auszeit und rüttelte sein Team nochmal wach. Wie so oft hatten die Worte die richtige Wirkung und Langen kam wie ausgewechselt auf das Spielfeld zurück. Der Kampf wurde nun besser angenommen und an beiden Enden des Feldes war eine deutlich bessere Körpersprache zu sehen. Durch einen 13:2-Lauf aus Sicht des TVL wurde der 9-Punkte Rückstand in eine 2-Punkte Führung umgewandelt (30:32, 19. Minute). Allen voran Butz schien absolut keine Lust auf das Ende der Siegesserie zu haben und erzielte in dieser Phase 11 der 13 Langener Punkte. Der Pausenstand lautete 34:33 für Roßdorf.

Das dritte Viertel verlief in den ersten Minuten völlig offen. Keines der beiden Teams legte einen längeren Lauf hin und mehrmals wechselte die hauchdünne Führung. Nach 26 Minuten stand es 41:41 ehe Roßdorf durch zwei Dreier vom starken Distanzschützen Zimmer das Spiel an sich riss und den Druck auf Langen erhöhte. Auch in dieser wichtigen Phase war es Butz, der seine Farben im Spiel hielt. Bis zum Viertelende verkürzte der TVL bis auf 53:50 und es bahnte sich mal wieder ein bis zum Schluss eng bleibendes Spiel an.

Der letzte Abschnitt war von der Spannung kaum zu überbieten. Zwar häuften sich auf beiden Seiten die Ballverluste und Fehler, doch beide Teams ackerten um jeden Ball und kämpften hart aber immer fair um den Sieg. Dennoch hatte Roßdorf immer diesen Hauch mehr Kontrolle über das Spiel und lag im letzten Viertel stets in Führung. Nach 33 Minuten führte ein weiterer Dreier der Südhessen zum 62:56. Der wiedergenesene Haucke hielt, wie zuvor mehrmals Butz, sein Team im Spiel und konnte auf 62:60 verkürzen. Das Spiel kippen konnte der TVL allerdings nicht und so lief Langen bis zur Schlusssirene dem knappen Rückstand hinterher. Auch die vorhandenen Möglichkeiten zum Ausgleich oder gar zur Führung konnte Langen nicht nutzen. So ging die Partie letztlich verdient mit 68:64 gegen stark spielende Roßdorfer, die vor allem unter dem Korb kaum zu stoppen waren und den Ausfall von Overdick auszunutzen wussten, verloren.

Leider konnte das Team um Kapitän Palazzo den zahlreich mitgereisten Fans keinen weiteren Sieg schenken. Wie schon so oft, peitschten die treuen Anhänger die Jungs nach vorn und sorgten in der stimmungsvollen und gut gefüllten Halle für eine Wahnsinns-Atmosphäre. Tausend Dank an die besten Fans der Liga!

Die sensationelle Siegesserie von sechs Spielen, unter anderem gegen den Tabellenführer Kronberg, ist somit gerissen. Für Langen heißt es nun: Mund abwischen und weiter geht´s. Schließlich hat jede Serie hat irgendwann ein Ende.

Im vorletzten Heimspiel der Saison empfangen die zweiten Herren die Wundertüte der Liga aus Trier. Die zweite Garde des Pro A Teams ist die gesamte Saison nur schwer einzuschätzen. An manchem Wochenende treten sie mit mehreren Spielern an, die auch im Pro A Kader stehen und zum Teil sogar zu den absoluten Leistungsträgern in der zweithöchsten deutschen Klasse gehören und an anderen Spieltagen reisen sie mit einer Rumpftruppe an. Im Hinspiel setzte sich Langen knapp gegen ersatzgeschwächte Trierer durch. Da die erste Mannschaft bereits am Freitag spielt muss damit zu rechnen sein, dass Langen auf die bestmögliche Trierer Mannschaft trifft und ein äußerst harter Brocken wird.

Für den TVL II spielten: Butz (32 Punkte/1 Dreier), Haucke (8), Martiny (5), Lewe (4), Lovric (4), Palazzo (3), Pfaff (3), Püchert (2), Hardt (2) und Kaut (1).

UNITED WE STAND