Herren 2 – Tolle Aufholjagd wird nicht belohnt

Als am vergangenen Sonntagvormittag Coach Manuel Lohnes krankheitsbedingt kurzfristig ausfiel, waren die Vorzeichen vor dem letzten Hinrundenspiel gegen den ohnehin starken Gegner SC Bergstraße wahrlich nicht die besten.

Glücklicherweise sprang spontan der letztjährige Coach Jochen Bender in die Bresche – großen Dank an dieser Stelle!

Der Beginn des Spiels machte die Aufgabe für ihn jedoch auch nicht einfacher. Auf einen Dreier von Palazzo folgten 11 unbeantwortete Punkte vom Tabellenzweiten aus Südhessen und Bender wurde zu seiner ersten Auszeit förmlich gezwungen (3:10, 4.Min.). Zwar kannten alle Beteiligten die Stärken des Gegners, trotzdem schaffte man es nicht, sich auf diese einzustellen und wurde folgerichtig bestraft. Auch im Angriff lief wenig zusammen. Einzig Kaut schaffte es, sich am Korb durchzusetzen und zu punkten. Der hohe Rückstand von 9:24 spiegelte das Kräfteverhältnis deutlich wider.

Im zweiten Durchgang kam Langen zunächst besser in die Partie (17:30), ehe sich ab der 14. Minute erneut der Schlendrian einschlich. Bergstraße lief einen Schnellangriff nach dem anderen und Langen wurde förmlich überrollt (17:38). Glücklicherweise konnten sich die Zuschauer mit Glühwein das Spiel etwas schöner trinken – doch selbst mit dieser Hilfestellung eine fast unmöglich zu meisternde Herausforderung. Zu schwach war die bis dahin gezeigte Leistung. Zwar einige Minuten zu spät, jedoch besser als nie, begann der TVL endlich mit mehr Leidenschaft zu spielen und wurde prompt belohnt. Allen voran Overdick gelang es den 21-Punkte-Rückstand Stück für Stück zu verringern und so ging es beim Stand von 29:43 in die Kabinen.

Die deutlichen Worte in der Halbzeit hatten anscheinend ihre Wirkung und Langen kam wie ausgewechselt aufs Feld. Aggressive Verteidigung der Guards und ein gutes Umschaltspiel brachte Langen Punkt um Punkt heran und auch die 150 Zuschauer waren von nun an voll da. Ein wahnsinns-20:2-Lauf brachte nach dem fast aussichtslosen hohen Rückstand die 49:45-Führung, und die Halle stand Kopf (26. Minute). Dank eines sehr gut aufgelegten Yann Gröhlich, schaffte es Bergstraße Ende des dritten Abschnitts, den Negativlauf zu stoppen und ging mit einem hauchdünnen 53:55 in die letzte Viertelpause.

Im vierten Viertel war die Partie von der Spannung kaum zu überbieten. Keines der Teams schaffte es, sich vorentscheidend abzusetzen. Bei Langen waren es immer wieder Butz und Cruz, die ihre Farben im Spiel hielten. Erst drei Minuten vor Schluss sorgte erneut Gröhlich mit seinem dritten Dreier beim Stand von 63:69 für eine kleine Vorentscheidung. Doch Langen bewies trotz kräftezehrender Aufholjagd wieder tolle Moral. Beim Stand von 69:70 und noch verbleibenden 40 Sekunden hatten die 2. Herren sogar noch die Chance, mit zwei Freiwürfen auszugleichen oder gar in Führung zu gehen. Leider blieben beide Freiwürfe ungenutzt und Langen musste in der Folge mit taktischen Fouls die Uhr stoppen und den Gegner an die Linie bringen. Bergstraße ließ sich das Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen und gewann letztendlich 71:74.

Dass das Spiel wahrlich nicht am Schluss verloren wurde, sollte allen Spielern klar sein. Zu schwach präsentierte sich Langen über weite Strecken in Hälfte eins. Die darauffolgende tolle Aufholjagd mit dem wohl besten Basketball der Saison kostete zu viel Kraft, um das Spiel auch in der heißen Schlussphase nach Hause zu fahren. Zum wiederholten Mal schaffte es Langen nicht über die kompletten 40 Minuten zu zeigen, was mit Kampf und Leidenschaft möglich ist. Und zum wiederholten Mal muss Langen feststellen, dass sie trotzdem mit jedem Team der Liga mithalten können – oder sogar mehr. Diese Tatsache macht die Niederlage noch schmerzhafter.

Nach dieser bitteren Pleite im letzten Hinrundenspiel steht Langen mit 6 Siegen und 6 Niederlagen mit einer ausgeglichenen Bilanz auf Platz 7 der Tabelle. Der Vorsprung vor den Abstiegsrängen beträgt aktuell 3 Siege – und es hätten gut und gerne ein bis zwei mehr sein können!

Am kommenden Sonntag steht das letzte Spiel des Kalenderjahres auf dem Programm. Mit dem VfB Gießen, gecoacht vom ehemaligen TVL Trainer Dejan Kostic und mit dem waschechten UWSler Sven Schäfer, gastiert der vor der Saison heiß gehandelte Aufstiegsfavorit in der Georg-Sehring-Halle. Nach einer überraschenden Pleitenserie hat sich Gießen in den letzten Partien wieder gefangen und möchte sich sicherlich für die Niederlage am ersten Spieltag revanchieren. Das Langen auch in diesem Spiel nicht chancenlos ist, zeigte der  völlig überraschende Hinspielsieg. Für Spannung ist abermals gesorgt.

Für den TVL II spielten: Butz (19 Punkte/1 Dreier), Blain Cruz (15/1), Overdick (14/1), Palazzo (9/1), Kaut (8), Martiny (6), Haucke, Hardt, Couturier und Püchert.

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