Langen 2: Desolate Vorstellung in Speyer

Es sollte der wichtige Sieg im Abstiegskampf werden. Ein Sieg, der für ein wenig Luft zu den letzten drei Plätzen der Tabelle gesorgt hätte. Das dies, trotz der Tabellenposition des Gastgebers Speyer, kein Selbstläufer wird, war allen Beteiligten klar. Mit solch einem Spielverlauf rechnete allerdings niemand.

Ohne Schlegel, dafür mit zwei Spielern aus der NBBL, startete der TVL gut in die Partie. In der Verteidigung wurden nur schwierige Würfe zugelassen, die zu einigen Fast-Breaks und schnellen Zählern führten. Nach vier Minuten stand es 4 zu 9 für Langen. Dies waren dann auch die einzigen Minuten, in denen das Team um Coach Bender den Gastgeber im Griff hatte. Bis zum Viertelende drehte Speyer den Spielstand und ging durch eine gute Trefferquote und temporeiches Zusammenspiel mit einer 24 zu 21 Führung in die erste Viertelpause.

Auch im zweiten Abschnitt war von Verteidigung auf beiden Seiten wenig zu sehen. Doch auch im Angriff stockte es auf Seiten des TVL, der gegen die Zonenverteidigung von Speyer lange Zeit keine Antwort parat hatte und die wenigen guten Wurfmöglichkeiten nicht nutzen konnte. So wuchs der Rückstand zwischenzeitlich auf 14 Punkte an(44:30, 17. Min). In dieser Phase verletzte sich zu allem Überfluss auch noch Langens Top Scorer Butz am Finger und musste den Rest der Partie von der Bank verfolgen. Vielleicht war dies der nötige Impuls den Langen gebraucht hatte. Für ihren verletzten Kapitän legte der TVL endlich eine Schippe drauf und beendete die erste Halbzeit mit einem 18 zu 7 Lauf und war wieder in der Partie. Der Halbzeitstand war 51 zu 48 für Speyer. 51 zugelassene Punkte zur Halbzeit – für den eigentlich so defensiv starken TVL eine indiskutable Leistung.

Doch auch die Gewissheit, mit dieser Verteidigung gegen keinen Gegner der Liga gewinnen zu können, änderte nichts am Vortrag des Teams. Immer wieder war man mindestens einen Schritt zu langsam und ließ den Gegner nach Belieben Punkten. Vor allem die Speyerer Guards konnten nicht kontrolliert werden. Wie schon über weite Strecken des zweiten Abschnitts gelang ohne Butz auch im Angriff wenig und erneut lief Langen einem hohen Rückstand hinterher (69:56, 26. Minute). Nach drei Vierteln stand es 80 zu 64 und die Siegchancen wurden immer geringer.

Alles oder nichts hieß es dann im Schlussabschnitt. Allen voran Palazzo und Donnermeyer suchten ihr Glück immer wieder aus der Distanz und wurden belohnt. Alleine im vierten Viertel traf Donnermeyer zwei und Palazzo sogar vier Dreier und Langen kam Punkt für Punkt heran. Nun wackelte auch der Gastgeber etwas und das Spiel drohte zu kippen. Tatsächlich stand es knapp eine Minute vor Ende der Partie nur noch 103 zu 100 für Speyer und eine Minimalchance auf den wichtigen Auswärtserfolg blieb bestehen. Eine unglaubliche Trefferquote von der Freiwurflinie auf Speyerer Seite (15 von 15 im 4. Viertel) begrub jedoch den letzten Funken Hoffnung und Langen verlor 109 zu 102.

Viele im Team der Langener hatten in ihrer gesamten Laufzeit noch nie 109 Punkte in einem Spiel kassiert – ein Indiz für die gezeigte bzw. nicht gezeigte Verteidigungsleistung. Auch die 102 erzielten Treffer sind für Langen eine absolute Ausnahme, allerdings im positiven Sinne. Noch schlimmer, dass ein Spiel mit so viel erzielten Punkten nicht mit einem Sieg belohnt wird.

Durch zeitgleiche Niederlagen der direkten Konkurrenten aus Kassel und Bad Kreuznach hat sich trotz der blamablen Vorstellung an der Tabellensituation nichts geändert. Nach wie vor rangiert Langen auf dem 9. Rang und hat einen Sieg Vorsprung auf den 11. Platz, der ggf. nicht mehr zum Klassenerhalt reicht.

Am kommenden Wochenende gastiert der TVL beim Tabellendritten in Völklingen. Einfacher wird dieser Begegnung mit Sicherheit nicht. Ob Butz gegen Völklingen wieder mitwirken kann, wird die nächste Woche zeigen. Die Luft wird immer dünner…

Für den TVL spielten: Donnermeyer (26 Punkte/4 Dreier), Palazzo (22/5), Bölke (17), Haucke (12/2), Butz (11), Kaut (10), Lovric (4), Santelmann, Püchert und Pfaff.

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