Die 39. Saison 2004/05

Herren 1 – 13. Platz in der 2. Bundesliga-Süd

Nach dem Abschied von Axel Rüber unterzeichnete frühzeitig der Ex-Damen-Bundestrainer Rolf Zehlen einen Trainervertrag für die Giraffen. LyRyan Russel, Mirko Damjanovic und Kapitän Alex Rietz erklärten ihren Giraffen-Abschied. Mit Sebastian Häfele (20) und Robert Dill (22) heuerten zwei 2-Meter-Jung-Flügel/Center an und für den Spielaufbau kam Tobias Stoll (21 Jahre). Aus USA verstärkten der 210 cm große Kevin Hanson und Malachi Edmond das Team. Die Zielsetzung für die sehr junge Mannschaft lautete sehr vorsichtig: Klassenerhalt.

Mit 56:90 in Nürnberg erlebten die Giraffen gleich im 1. Spiel, wo sie stehen. Nach drei Spielen verließ Edmond das Team wegen Heimweh. Er sollte durch Terry Thompson ersetzt werden. Mit ihm gelang der erste Saisonsieg am 5. Spieltag und weitere Siege. Mit beispiellosem Verletzungspech wurde dann eine Niederlagenserie eröffnet, die Manager Jogi Barth nach dem Fußbruch von Terry im Abstiegskampf zu ungewöhnlichen Maßnahmen veranlasste. Es wurden zwei weitere Amerikaner verpflichtet. So kamen Sylvester McIntosh und Nathan Johnson ins Team.

Doch im Abstiegskampf wurde es noch enger. Und nach der 90:94-Niederlage trat Coach Rolf Zehlen von seinem Amt zurück. Wieder einmal sprang Jogi Barth als Headcoach ein, und mit dem sensationellen Sieg gegen Tabellenzweiten ratiopharm Ulm machte das Team den Klassenerhalt sicher.

 

39.-1 2004-05_ He1

Das Teamfoto zeigt vorn v.l.n.r. Bundesliga-Geschäftsführer Jogi Barth, Niko Anders, Philipp Schneider, Tobias Stoll, Malachi Edmond, Sebastian Barth, Sebastian Adeberg, Teamärztin Dr. Gabriele Koydl, Headcoach Rolf Zehlen; hinten Lotola Otshumbe, Jirko Stiller, Koray Karaman, Kevin Hanson, Robert Dill, Sebastian Häfele, Ilja Ickert; es fehlt auf dem Foto Norman Lang.

Erstmals musste sich Abteilungsleiter Jochen Kühl der Presse stellen. Auf die Frage „Warum wird es in Langen jedes Jahr schwieriger, die 2. Liga zu halten ?“ wies er auf den Umbruch im deutschen Männer-Basketball hin mit folgenden Worten:

„Der TV Langen ist insgesamt ein Breitensportverein. Bei unserem Bundesliga-Aufstieg 1978 hieß es vereinsintern, wir packen das nicht. Wir haben es geschafft, haben 27 Jahre ununterbrochen Bundesliga gespielt, davon sechs Jahre in der 1. Liga. Wir sind die Nummer 1 in der ewigen Tabelle der 2. Liga und immer noch auf Rang 24 der ewigen Erstliga-Tabelle. Aber seitdem sind die Basketball-Bundesligen viel professioneller geworden. Die 1. Liga hat Standards eingeführt, z. B. die Forderung nach einer großen Halle mit Parkettboden, die die Stadt Langen nicht mehr erfüllen wird. Wir haben nie den Schritt geschafft zur Professionalisierung. Unsere Konkurrenten sind keine Vereine mehr sondern GmbH´s.“

 

Damen 1 – Freiwilliger Verzicht auf die 2. Bundesliga

Nachdem die Teambildung sich als sehr schwierig erwiesen hatte und kurz vor Saisonbeginn sich zwei Leistungsträgerinnen überraschend zu einem Konkurrenzverein abmeldeten, gab es nur eine Konsequenz, nämlich Rückzug aus der 2. Bundesliga mangels konkurrenzfähiger Mannschaft. Da der Rückzug erst kurz vor Saisonstart erfolgte, stand damit der TV Langen als erster Absteiger aus der 2. Bundesliga fest, konnte in dieser Saison nicht mehr in der Regionalliga starten.

 

Die anderen Damen- und Herren-Teams

Die 2. Damen, die sportlich in die Oberliga aufgestiegen waren, wurden aufgrund der Auflösung des Bundesligateams zu den 1. Damen. Sie belegten in der Oberliga mit Trainerin Silke Dietrich den 1. Platz und stiegen auf. Der Neubeginn war damit gestartet.

Regine Zellner coachte die 3. (neu 2.) Damen in der Bezirksliga zum 3. Platz.

Fabian Villmeter coachte die 2. Herren, eine Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern, in der Oberliga, die erneut den 3. Platz belegte.

Die 3. Herren wurden mit Trainer Thomas Arnold Landesliga-Meister (verzichteten auf den Aufstieg).

Jens Schäfer blieb Trainer der 4. Herren in der Kreisliga B1, Gruppe 1 (6. Platz), während die 5. Herren mit den Trainern Sabrina Roßbach und Maxi Trübner in der Kreisliga B2 ebenfalls den 1. Platz schafften (aber auf den Aufstieg verzichteten).

Die Senioren II (Ü32) und III (Ü40) traten beide im Finale der deutschen Meisterschaft an. Diesmal schafften es die Ü32 zum Gewinn der deutschen Vizemeisterschaft, belegten die Ü40 den 3. Platz. Eine Senioren IV (Ü45) nahm am DM-Endturnier teil. Die drei Teams wurden organisiert von Rainer Greunke, Thomas Arnold und Klaus Mewes.

Weiterhin gab es Trimm-Gruppen für Frauen und Männer, in denen erwachsene „Beginner“ ohne Wettkampfehrgeiz Basketball lernen und spielen konnten.

 

39.-2 Saison_ 2004-05_ He-Senioren

Die Senioren Ü32 mit den Medaillen als DM-Vize (stehend v.l.) Markus Hartmann, Ulf Graichen, Uli Jochum, Georg Dinca, Rainer Greunke, Florien Dinca; kniend v.l. Damian Rinke, Thomas Arnold, Bernd Neumann, Harald Sapper, Jens Freudl.

 

…und die Jugend wurde 1-mal Deutscher Meister und 1-mal DM-Vizemeister !

Jürgen Barth trainierte die 16-Jungen (Jahrgänge 89/90). Sie gewannen (fast) alles, wurden Hessen-, Regional- und Südwestdeutsche Meister, stolperten bei der Süddeutschen Meisterschaft (2. Platz), gewannen dafür aber das Finale und wurden damit deutsche Meister.

 

39.-3 Saison_ 2004-05_ U16-Jungen DM

Das Meisterteam-Foto stehend v.l. mit Cotrainer Marc Gerson (SC Bergstraße), Michael Krause (TV Dieburg), Johannes von Schönfeldt, Niklas Adeberg, Lazare Amoussou-Toussou, Philipp von Schönfeldt, Nicolas Echarti, Robin Benzing, Andrei Leszay (Physiotherapeut), Headcoach Jogi Barth; vorn v.l. Marian Benzing, Bela Braag, Kai Barth, Timo Haucke, Niklas Butz, Scotty Nelson.

 

Silke Dietrich trainierte die U16-Mädchen (Jahrgänge 89/90). Und sie gewannen alle Spiele der Saison – bis auf eines, das Endspiel um die „Deutsche“. Sie wurden Oberliga-1., danach HM, RM, Südwest- und Süddeutsche Meister. Nur das Endspiel um die deutsche Meisterschaft verloren sie knapp. Sie wurden deutsche Vizemeister.

 

39.-4 Saison_ 2004-05_ U16-Mädchen 2.DM

Das Foto zeigt das Vizemeister-Team mit (hinten v.l.) Nelli Dietrich, Svenja Greunke, Mara Greunke, Francis Pieczynski, Stephanie Wagner, Headcoach Silke Dietrich; (vorn v.l.) Kathrin Pilz, Filiz Gün, Monja Maier, Selin Bilen, Sabrina Deffert.

 

Trainerin Silke Dietrich betreute auch eine U20-Mannschaft (Jahrgänge 87-90).

Und gemeinsam mit Alexa Schaun trainierte sie auch die U18-Mädchen (Jahrgänge 87/88/89), die Oberliga-1. und dann Hessen-, Vize-Regional-Meister und bei der Südwest-Meisterschaft Dritte wurden.

Eine U16-2 trainierte Ute Bender.

Die U14-Mädchen (Jahrgänge 91/92) trainierten Katrin Rollwage und Ulrike Köhm-Greunke, die Hessen-Vizemeister wurden und den Bezirks-Pokal gewannen.

Die U20-Jungen (Jahrgänge 85/86) wurden mit Trainer Fabian Villmeter 3. der HM.

Die U18-Jungen 1 (Jahrgänge 87/88) wurden trainiert von Yuriy Bogdanov und Steffen Brockmann, die U18-2 von Robert Dill und die U16-2 von Milos Gasic. Thomas Stumpenhusen, Jochen Bender. Daniel Schmidt trainierte die U14-Jungen 2.

Im Kinderbereich waren aktiv die Trainer Maxi Trübner mit den U12-Jungen 1. Johannes Steinkopf und Edris Habibi trainierten die U12-Jungen-2, Yuriy Bogdanov, Nelli Dietrich, Svenja Greunke die U12-Mädchen.

Für die Kinder der Jahrgänge 95/96 gab es bereits eine Spielrunde für U10-Jungen (Trainer Thomas Stumpenhusen, Koray Karaman, Jens Schäfer) und ohne Spiele trainierten die U10-Mädchen mit Trainern Yuriy Bogdanov und Selina Jung. Die Giräffchen der Jahrgänge 97-99 trainierten Helga Lechte, Arnd Lewe, Jenny Bender. Hieraus sollte sich unter Verantwortung von Arnd Lewe später der erfolgreiche Jahrgang 98 der Jungen entwickeln.

An allen fünf Langener Grundschulen konnte Jochen Kühl als Leiter der „Bewegungs-Initiative für Langens Kinder“ des Sportfördervereins Langen Basketball-AG´s aufbauen, die von den ÜbungsleiterInnen Selina Jung, Regine Zellner, Edris Habibi, Johannes Steinkopf und Lehrer-Trainer Thomas Stumpenhusen geleitet wurden.

 

TV Langen international…

Johannes Herber wurde in die Nationalmannschaft für die EM-Qualifikation berufen, die er erfolgreich gegen Belgien, Ukraine und Ungarn an der Seite von Dirk Nowitzki bestritt. Mit der University of West Virginia schaffte er ein kleines Wunder, erreichte bei der NCAA-Meisterschaft die Runde der besten acht Teams, also beinahe das Final-Four. Sein BTI-Mentor Jochen Kühl durfte im New Yorker Madison Square Garden dabei sein.

Sebastian Barth spielte als Mannschaftskapitän der U20-Nationalmannschaft mehrere Spiele.

Nach dem Bundesjugendlager wurden sieben (!) TVL-Talente aus dem BTI für weitere DBB-Maßnahmen nominiert: Nelli Dietrich, Svenja Greunke, Francis Pieczynski, Kai Barth, Marian und Robin Benzing, Lazare Amoussou-Toussou.

Svenja Greunke nahm als jüngerer Jahrgang 1989 bereits an der U16-EM teil. Roland Wiertel wurde für die U16-EM 2004 nachnominiert.

 

Und sonst…

Kurt Dietrich (geboren am 25.9.1935), Urgestein des TVL-Basketball und vielfach in der Abteilung sowie im Bezirk Darmstadt engagiert, langjähriger Jugend-Trainer und Schiedsrichter (er leitete mehr als 1500 Spiele, viele gemeinsam mit seiner Frau Bärbel), starb am 9. Oktober 2004. Als Mädchen-Trainer von 1974 bis 1982 holte er einen 3. Platz bei der deutschen Meisterschaft (1976) und die deutsche Vizemeisterschaft (1978). Die Mädchen erinnerten sich vor allem an einen engagierten und immer verständnisvollen Trainer Kurt Dietrich. Vieles konnte er auch im Basketball mit seiner Familie gemeinsam erleben, mit seiner Frau Bärbel und seinen ebenfalls Basketball spielenden Töchtern Silke, Kirsten und Heike. Und als er von zunehmend schwerer Krankheit bereits gezeichnet war, durfte er sich am Basketball-Spiel seiner Enkelkinder erfreuen.

 

39.-5 Saison 2004-2005_ Kurt Dietrich

Erinnerung an Kurt Dietrich

 

39.-6 Saison_ 2004-05_ Jogi und Kai

Jogi Barth wurde für 700 Spiele im TVL geehrt, nachdem er seine Basketball-Schuhe „an den Nagel gehängt“ hatte. Mit ihm erhielt sein Sohn Kai eine Ehrung für 250 Spiele im TVL-Trikot.

 

Jürgen „Jogi“ Barth…

…hatte als talentierter Fußballer des FC Langen 1968 mit den Minis, und später in der C-Jugend mit Basketball begonnen, holte schon 1972 seinen ersten Hessen-Meistertitel. Das Besondere daran war, dass er da bereits Coach-Verantwortung neben seinem Trainer „Schorschi“ Sladek übernahm. Damit begann er 15-jährig zugleich seine Trainer-Laufbahn.

Als Spieler folgten HM-Titel mit B- und A-Jugend und schnell der sensationelle „Durchmarsch“ mit den Herren 1 von der Landesliga (1973) bis in die 2. Bundesliga (1978), stets als Spielmacher und Lenker seiner Teams. Einen 4-Wochentrip an Amerika´s Westküste erlebte er ebenso wie erste Länderspiele mit der deutschen B- sowie der Bundeswehr-Nationalmannschaft. Am ersten Aufstieg in die 1. Liga war er 1981 ebenso wie an der tollen Erstliga-Saison 1981/82 maßgeblich beteiligt.

Dann kam ein Wehrmutstropfen für ihn als Sportler. Zunehmende Hüftbeschwerden ließen ihn ab 1984 immer weniger als Spieler an den weiteren Bundesliga-Saisons teilhaben. Und so übernahm er mehr Verantwortung als Trainer, sowohl mit Jugendteams als auch mit den Bundesliga-Herren. Er gewann 1982 die deutsche Meisterschaft mit seinen 67/68-ern C-Jungen und 1984 mit diesen als B-Jungen.

1984 übernahm er die Verantwortung als Headcoach für die 1. Herren, stieg mit ihnen 1985 erneut in die 1. Liga auf, wo sich die „Giraffen“ diesmal drei Jahre hielten (bis 1987). In der Saison 88/89 gelang der sofortige Wiederaufstieg und 89/90 folgte eine weitere Erstliga-Saison. Nach dem Abstieg 1990 widmete er sich zunächst wieder verstärkt der Jugendarbeit, war auch Trainer der „Giräffchen“ (Sohn Kai war dabei) und drei Jahre lang der Damen 2 (mit Ehefrau Christine), ehe er mit den Jungen der Jahrgänge 1984-86 und mit Sohn Sebastian erfolgreiche Jugend-Saisons erlebte (deutsche Vizemeister 2003). Dann folgten die Jahrgänge 1988-1990, u.a. mit Sohn Kai und dem späteren Nationalspieler Robin Benzing. Mit ihnen gewann er 2005 (U16) und 2006 (U18) die deutsche Meisterschaft und war mit ihnen nach Gründung der Nachwuchs-Basketball-Bundes-Liga (NBBL) gleich zweimal in den Play-Offs der besten vier deutschen Teams.

 

39.-7 Saison 2004-2005_ Das Grüne Band

Mit dem „Grünen Band für besondere Talentförderung 2005“ wurde die Basketball-Abteilung des TVL von Deutschem Sportbund und Dresdner Bank ausgezeichnet.

 

Beim DBB waren von insgesamt 198.000 Mitgliedern 26% weiblich und 74% männlich. Anders war es beim TVL, nämlich von 523 Mitgliedern (davon 302 Kinder und Jugendliche) waren 40% weiblich und 60% männlich.

 

Jochen Kühl wurde beim DBB-Bundestag 2004 erneut für vier Jahre in den DBB-Rechtsausschuss gewählt.

 

Das BTI, gegründet 1985, feierte 2005 sein 20-jähriges Bestehen in der Stadthalle mit Empfang, Basketball-Show und Party. Davor gab es ein Symposium „Wie fördern wir die Nachfolger von Dirk Nowitzki ?“ mit Vertretern des DBB, HBV, der Bundesliga und Politikern.

 

39.-8 Saison_ 2004-05_ 20 Jahre BTI

Foto von der BTI-Jubiläums-Party: Scotty Nelson vom U16-Meister TV Langen und weitere BTI-Schüler „dunkten“ in der Stadthalle mit Trampolin, Nina und Silke Heger führten ihre spektakuläre Dribbel-Show vor.

 

 

39.-9 Saison_ 2004-05_ BTI-Spende für Moskau

BTI: 33 Auswahlspieler sammelten mit der Zahl ihrer Freiwurftreffer beim BTI-Advent 2004 insgesamt 670 Euro für ein Waisenhaus in Moskau. Der langjährige BTI-Trainer Anatoli Dobrushin (vorn 3. von links) brachte die Spende persönlich in seine Heimatstadt.

 

39.-10 Saison_ 2004-05_ Abt.-Vorstand

Der neue Abteilungsvorstand setzte auf Kontinuität mit (von links) Ulrike Köhm-Greunke, Günther Bender, Ute Bender, Jürgen Pilz, Felix Langosch, Jochen Bender, Maxi Trübner, Silke Dietrich, Jochen Kühl, Anne Schaun, Jogi Barth.

 

Ehrenmitglieder der Basketball-Abteilung:

Gisela Jahn (Ehrung 1990)

Georg Sehring (Ehrung 1993)

Hermann Strathus (Ehrung 2003)

 

Die Abteilungsleiter bisher:

Willibald Kinnebrock (1966-68)

Dieter Hoffmann (1968-70)

Harald Ziegler (1970/71)

Bernd Sladek (1971/72)

Zdenka Moguljak (1972/73)

Jochen Kühl (1973-75)

Kurt Spitzbarth (1975-77)

Jochen Kühl (1977-93)

Jürgen Barth als stellv. Abt.-Leiter (1993/94)

Jochen Geiger-Dietrich (1994/95)

Klaus Dahl (1995/96)

Jochen Kühl (1996-

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