Die 13. Saison 1978/79

USA-Trip für A- und B-Jungen im Sommer 1978

Einmal die „route number 1“ zwischen Vancouver und San Franzisco runter und rauf ! Dieser Trip auf der berühmtesten Straße der US-Westküste war das ganz große Erlebnis für 16 Jungen des TV Langen. Je 11 Spiele wurden von A- und B-Jungen ausgetragen, von den A-Jungen sogar die meisten gewonnen. Organisatoren dieser Reise waren Paul Hallgrimson, damals noch Highschool-Coach und Lehrer in Bellingham (Washington State), und TVL-Abteilungsleiter und Coach Jochen Kühl.

Wie kam es dazu ? Als die A-Jungen im Sommer 1977 in Leverkusen deutscher Meister geworden waren, verpflichtete ein Leverkusener die Langener, zwei Wochen später gegen zwei Top-Teams der Seehome-Highschool aus Bellingham/USA zu spielen. Die brachte Paul nach Deutschland. Als Ex-Spieler in Leverkusen hatte er allerbeste Kontakte und nutzte diese, um für seine US-Boys möglichst viele „homestays“ (Unterkünfte bei Gastgeber-Familien) und Spiele auf deren 3-wöchiger Deutschland-Tour zu organisieren.

Natürlich spielten die Langener gern gegen die „Amis“ (und gewannen). Und da die Gäste während des Ebbelwoi-Festes in Langen weilten, war auch die Stimmung richtig gut. So antwortete Jochen nach den Spielen auf die Frage von Paul „wollt ihr im nächsten Sommer nach USA kommen ?“ sofort mit „Ja“. Was da alles an Organisation auf Paul in USA und Jochen in Langen zukam, wußten beide nicht vorher. So lernten die Langener und Paul Hallgrimson sich kennen und schätzen.

Daraus entstand viel für viele Langener Basketballer. US-Highschool-Jahre, College-Stipendien in USA, Freundschaften zwischen Langener und amerikanischen Familien, Einbürgerungen von „Amis“ in Deutschland, und immer wieder tolle amerikanische Basketballer kamen in die Bundesliga-Teams des TV Langen. Joe Whitney wurde in Langen vom Brunnenwirt Hans Hoffart mit Ebbelwoi „gedaaft“ und blieb wie manch anderer für immer in Deutschland.

Im Juni/Juli 1978 flogen die Langener also erstmals an die Westküste und erlebten dann vier grandiose Wochen. „Homestays“ in Familien der Gastgeber-Highschools, Grillparties, eine Bergtour, Seattle, San Franzisco, die Weine im Napa Valley/Kaliforniern, die wundervolle Oregon-Coast mit Seelöwen-Höhlen und vieles andere mehr gab es zu erleben. Die Führungscrew Anne Kühl, Konrad Luft, Jogi Barth und Jochen Kühl lösten sich als Fahrer zweier Fahrzeuge ab, so dass die lange Tour autonom gefahren werden konnte. In der letzten Woche war intensives Training angesagt – im Northwest-Basketball-Camp (NBC) in Spokane im Osten von Washington-State. Es war ein Camp, in dem Basketball, verbunden mit PMA (positiv-mental-attitude – die Kraft der positiven Einstellung) und Christlicher Glaube gleichermaßen wichtig waren. Mit dem TVL-Team trainierte im Camp bereits Kevin Smith, der in der Saison 78/79 dann auch den TVL in der 2. Bundesliga verstärken sollte.

Es war eine Reise voller Erlebnisse und es war nicht die letzte USA-Tour für junge Basketballer des TV Langen.

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Eine besondere Freude war es, wenn die Langener durch ihre Wurftäuschungen einen springfreudigen Ami  springen ließen – hier läßt Arni einen fliegen.

 

Herren 1 erstmals in der 2. Bundesliga-Süd

In USA gut vorbereitet wurde diese erste Saison der jüngsten Mannschaft der 2. Bundesliga eine Erfolgs-Saison. Das Team und das Trainer-Gespann Jochen Kühl/Rainer Tobien, ergänzt durch Athletik-Trainer Dieter Ehrich, hatten am Ende 15 Siege und nur 6 Niederlagen.

Sie erreichten die Aufstiegsrunde, und ihnen wäre beinahe der Durchmarsch in die 1. Bundesliga gelungen. Das Aufstiegs-Finale gewann Eintracht Frankfurt mit 82:80 in der viel zu kleinen Turnhalle der Adolf-Reichwein-Schule vor 1500 Zuschauern. Die Rhein-Main-Presse und vor allem zahlreiche Gegner in der 2. Liga waren von der Erfolgsserie der Langener völlig überrascht.

„Es spielten talentierte junge Spieler in einem eingespielten Team, das hungrig auf Erfolge war und vor allem aufgrund seines Alters von gestandenen Zweitligisten oftmals völlig unterschätzt wurde,“ erinnert sich Jochen Kühl an manche Siege. Ganz besonders aber konnte sich das Team auf das sich beinahe blind verstehende Tandem Jogi Barth (im Spielaufbau) und Rainer Greunke (auf dem Flügel) verlassen. Dazu kamen der wieselflinke Peter Heringder erfahrene Fuchs Rainer Tobiender 2-Meter-Center Achim Heine und der gerade erst 19 Jahre alte und eigentlich zu kleine US-Center (190 cm) aus Bellingham, Kevin Smith, sowie Yogi Fornoff, Jochen Geiger, Andreas Goer und Ulrich Klötzer. Zum Team gehörten auch Thomas „Arni“ Arnold, Werner Barth, Wolfgang Bundke und Henrik Lewe.

 

 

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„Die Hütte brennt“ – Aufstiegsspiel gegen Eintracht Frankfurt in der Turnhalle der Adolf-Reichwein-Schule

 

Die Herren und die Jungen

Die 2. Herren konnten in der Landesliga gut mitspielen. Platz 4 wurde es für Trainer Jogi Barth und seine junge Mannschaft.

Die A-Jungen der Jahrgänge 60/61 (Trainer Jogi Barth) spielten erneut im Hessen-Finale (2.), wurden Regionalmeister und auch wieder 3. in der süddeutschen Meisterschaft.

Rainer Greunke führte seine B-Jungen (Jahrgänge 62/63) geduldig an den Leistungs-Basketball heran. Sie selbst nannten sich „Rainers´ Chaoten-Truppe“. Mit den späteren Jugend-Nationalspielern Jens Oltrogge und Franz Schindler, die beide als erste TVL-Basketballer ein US-Highschool-Jahr absolvierten, natürlich in Bellingham, hätten die B-Jungen sicher das Hessen-Finale erreicht.

Die C-Jungen (64/65) wurden von Alexander Gutsch trainiert.

 

Die Damen und die Mädchen

Bei den 1. Damen hatte es im Sommer 1978 einen Trainerwechsel gegeben. Carl-Ernst (Charly) Brisach kam mit viel Ehrgeiz, und sein Team legte eine 19 zu 0-Saison in der Regionalliga hin. Der Aufstieg in die 1. Bundesliga-Süd (eine 2. Bundesliga gab es noch nicht), damit die Rückkehr nach sechs Jahren, stand nicht in Frage; denn Yogi Fornoff, Alexander Hempel und Kurt Dietrich hatten mit excellenter Jugendarbeit einen Grundstein für höhere Aufgaben zahlreicher TVL-„Eigengewächse“ gelegt.

Etwas kurios war dagegen der Rollentausch von 2. und 3. Damen. Während die erfahreneren 2. Damen in der Oberliga den Klassenerhalt verfehlten, erkämpften die jüngeren 3. Damen mit Trainer-Gespann Silke Dietrich/Arnulf Zipf in der Bezirksliga den Aufstieg und sicherten so weiterhin den Oberliga-Platz für den TVL.

Yogi Fornoff hatte inzwischen die Jahrgänge 60/61 in der A-Jugend übernommen und es mit ihnen über 2. Plätze bei Hessen- und Regionalmeisterschaft bis zur „Süddeutschen“ geschafft.

Dasselbe schafften  auch die B-Mädchen der Jahrgänge 62/63 mit Trainer Thomas Schwarze.

Bemerkenswert war, wieviele der besten Spielerinnen und Spieler damals bereit waren, ihr Können und ihre leistungsorientierte Einstellung als junge Trainer an die Nachwuchsteams weiter zu geben.

 

Was sonst noch los war

Die „Giraffen“ waren geboren

Jochen Kühl erinnert sich: Es gab Ende der 70-er Jahre wunderbare Giraffen-Karikaturen von  Tomi Ungerer (französischer GrafikerSchriftsteller und Illustrator von Bilderbüchern für Kinder und Erwachsene). Ein solches Bilder-Buch schenkte mir eines Tages Thomas Müller-Ali (Spieler bei 2. und 3. Herren, Trainer seit 1974 zunächst der Mini´s und ab 1977 der 3. Herren und vor allem immer engagierter Fan der 1. Herren und seit dem ersten Bundesliga-Aufstieg Hallensprecher bei allen Bundesliga-Spielen der Giraffen). Aus diesen Giraffen-Karikaturen entwickelte ich gemeinsam mit Rainer Tobien die Idee. „Die 1. Herren könnten doch mit ihren langen Kerlen ab sofort als Langener Giraffen spielen.“ Der uns aus unserer Zusammenarbeit im Rahmen der DSB-Trimm-Aktion bekannte Grafik-Designer Dieter Siehler brachte unsere Idee ins Bild, gestaltete den ersten „Giraffen-Aufkleber“ mit dem Spruch „Ich steh auf Basketball !“ (Eine Giraffe steht auf dem TVL-Basketball und schaut mit einem Auge in den Korb). Und der kam sofort bei allen TVL-Basketballern so gut an, dass die ersten 1000 Aufkleber schnell vergriffen waren und auf vielen Langener Auto-Rückscheiben herumgefahren wurden. So gibt es also seit dem Höhenflug der 1. Herren 1979 auch die Langener „Giraffen“.

 

13.Saison 78-79_Foto-3_Das Langener â_Giraffenâ_-Team

Das Langener „Giraffen“-Team, BILD-Fotograf Harder bastelte ein Foto für die BILD. Oben v.l.n.r: Thomas Arnold, Kevin Smith, Jogi Barth, Rainer Tobien, Wolfgang Bundke, Jürgen Fornoff, Andreas Goer, Rainer Greunke; unten v.l.n.r. Ulli Klötzer, Peter Hering, Headcoach Jochen Kühl, Henrik Lewe, Jochen Geiger, Achim Heine.

Die Abteilungsleiter bisher:

Willibald Kinnebrock (1966-68)

Dieter Hoffmann (1968-70)

Harald Ziegler (1970/71)

Bernd Sladek (1971/72)

Zdenka Moguljak (1972/73)

Jochen Kühl (1973-75)

Kurt Spitzbarth (1975-77)

Jochen Kühl (1977-

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