Ersatzgeschwächte Junior-Giraffen entführen Punkte aus Jena

Mit 87:84 siegen die SCHODER Junior-Giraffen Langen bei Science City Jena / Timothy Chabot und Paul Schlegel führen ihre Mannschaft zum Sieg in einem außergewöhnlichen NBBL-Spiel

 Ganze 67 Ballverluste hatten die Scouter von Gastgeber Science City Jena nach Spielschluss auf den Konten der beiden Teams aus Jena und Langen notiert. Ein seltener und außergewöhnlich hoher Wert, der natürlich auch ein außergewöhnliches Spiel nach sich zog, in dem die Junior-Giraffen aus Langen letztlich das bessere Ende für sich hatten und knapp aber verdient mit 87:84 als Sieger vom Feld gingen.

 

Beide Teams verteidigten über die gesamte Spielzeit sehr intensiv und häufig über das ganze Feld. Den Jung-Giraffen, denen mit Jakob Merz (Platzwunde an der Lippe aus dem Training, die unter der Woche genäht werden musste) und Jona Hoffmann (Turnier in der Türkei mit der deutschen U16-Nationalmannschaft) gleich zwei wichtige Guards fehlten, wurde über 40 Minuten alles abverlangt. Vor allem die verbliebenen Aufbauspieler Timothy Chabot und Paul Schlegel mussten viel Verantwortung schultern,- nicht alles gelang und trotzdem mauserten sich die beiden Nachwuchs-Giraffen letztlich als Matchwinner für die SCHODER-Jungs.

Auch Djordje Ignjatovic war von seiner Fußverletzung noch nicht zurückgekehrt, aber auch Jena musste auf den Einsatz von U20-Nationalspieler Daniel Mayr verzichten, der am gleichen Tag in der ProA zum Einsatz kam.

 Das Spiel startete vorerst ohne Korberfolg hüben, wie drüben. Während der TVL einige gut heurausgespielte Möglichkeiten ungenutzt ließ, markierten die Gastgeber nach 4,5 Minuten, die ersten Zähler und gewannen umgehend mit ihrer aggressiven Pressverteidigung zwei weitere Bälle, die sie in eine schnelle 0:6 ummünzen konnten. Dies wäre nicht so schwer ins Gewicht gefallen, hätten die Südhessen ihre Freiwürfe konsequenter genutzt. Doch auch wie im weiteren Spielverlauf zu häufig (insgesamt nur knapp 60% Freiwurfquote), verfehlten die ersten vier Versuche von der Linie das Ziel. Timothy Chabot erlöste die zuschauenden Eltern und Mitspieler in der fünften Minute mit den ersten Zählern, musste aber zusehen wie sich Jena schnell weiter auf 2:12 absetzte. Immer wieder taten sich die Jung-Giraffen im Ballvortrag sehr schwer und kamen gegen die starke Jena-Defense aus dem Spiel heraus kaum zu Punkten. Dank einiger erfolgreichen Freiwürfen und den ersten Treffern von Paul Schlegel und Tom Alte ging es „nur“ mit einem 12:23-Rückstand in die erste Viertelpause.

 Nun lief es plötzlich etwas besser: Zwar war der Spielaufbau noch immer oft sehr ungeordnet und manchmal wenig souverän, – doch die TVL-Jungs kamen zunehmend besser ins Spiel. Vor allem zwangen sie nun ihre Gegenspieler auch zu häufigeren Fehlern und erarbeiteten sich so Schnellangriffe die Entlastung und einfache Punkte brachten. Die Jung-Giraffen waren im Spiel angekommen. Nach einem erfolgreichen Schlegel-Dreier zum 23:27 (14. Minute) sah das Ergebnis schon wieder freundlicher aus und bereits zwei Minuten später drohte das Spiel zu Gunsten der Gäste zu kippen, als Tom Alte auf 31:33 verkürzte. Doch auch Jena wusste, wie sie in der zerfahrenen und chaotischen Partie zu Punkte kommen konnten und hatten in Lukas Wank und Konrad Glück ihre gefährlichsten Korbschützen, die den Nachwuchs-Giraffen immer wieder einschenkten. Vor allem in der eigenen Korbsicherung erlaubten sich die Gäste zu viele Fehler, was die Thüringer immer wieder gnadenlos ausnutzten. Das Spiel gestaltete sich in dieser Phase vollkommen offen,- viel zu „punktereich“ für den Geschmack von TVL-Trainer Fabian Villmeter, fand aber mit einem erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf von JBBL-Spieler Joni Torbica einen guten Abschluss zur Halbzeit, mit einem nach wie vor knappen Rückstand von 42:46.

 Auch nach der Pause, wie schon zu Spielbeginn, erwischten die Gastgeber den besseren Start zurück ins Spiel. Wank führte sein Team schnell zu einer deutlicheren Führung (46:55, 23. Minute), ehe ein weiterer Schlegel-Dreier der Weckruf für seine Teamkameraden zu sein schien. Mit einem 11:2-Run arbeiteten sich die Giraffen-Crew auf 60:62 heran. Max Püchert steuerte von der Bank kommend, genauso wie zuvor schon Vincent Gerspach in der ersten Hälfte, wichtige Impulse bei und ebnete damit sogar den Weg für die erste Führung des Spiels, als pünktlich zum Ende des dritten Spielabschnitts, durch einen beherzten Drive Timothy Chabot vollstreckte.

Mit dem sicheren Gefühl, das Spiel nun doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss bringen zu können, ging es in die letzten 10 Minuten und Paul Schlegel setzte auch gleich erste Akzente. Zwei Fastbreaks verwandelte er zum 69:66 und 71:66, und ließ kurz darauf seinen dritten Dreier durch Jenas Reuse zischen,- 74:71 (35. Minute). Das Spiel blieb knapp und weiterhin auch völlig unberechenbar, da sich beiden Mannschaften nach wie vor, viel zu viele Ballverluste leisteten (Jena 38 TO, Langen 29 TO), aber auch viel dafür investierten. Wenn es für Langen im Angriff gut lief, war eigentlich immer das Guard-Duo Chabot/Schlegel beteiligt (beide zusammen erzielten nicht nur 43 Punkte, sondern auch 8 Assists, 8 Steals und 11 Rebounds), die es nun auch schafften Forward Moritz Overdick einige Male gekonnt in Szene zu setzen. Zum 84:79 verwandelte dieser einen schön herausgespielten Treffer (38. Minute) und zwei defensive Stops in Folge, besorgten den Rest für einen hart-erkämpften Erfolg. Hätte man nicht bis zuletzt immer wieder Chancen an der Freiwurflinie liegen gelassen,- der Sieg hätte auch deutlicher ausfallen können, als nur mit letztlich 87:84, der aber auch durch einen späten Jena-Dreier, Sekunden vor Ende, nicht mehr in Gefahr geriet.

Groß war der Jubel mit dem Erklingen der Schlusssirene unter den zehn mitgereisten TVL-Spielern, die in einem nicht-alltäglichen, hoch-intensivem Basketballspiel die Oberhand behielten und alle ihren Beitrag leisten konnten, letztlich als Sieger vom Feld zu gehen. – Glückwunsch an die ganze Mannschaft!

 Am kommenden Wochenende sind die Junior-Giraffen spielfrei. Zeit also, um die verletzten Spieler zurück ins Training zu integrieren und die schweren Begegnungen in Breitengüßbach, gegen Gießen und in Würzburg, vorzubereiten.

 

Für die SCHODER Junior-Giraffen Langen spielten: Paul Schlegel (23 Punkte), Timothy Chabot (20), Karan Sansoa (3), Maximilian Püchert (4), Joni Torbica (5), Moritz Overdick (11), Sören Annawald (1), Malte Jöst (5), Vincent Gerspach (6) und Tom Alte (9)

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