Die 2. bis 6. Saison – von 1967 bis 1972

Impulse

Die Basketball-Abteilung im Turnverein v. 1862 Langen lebte zunächst von den Impulsen der Familie Jahn, aber auch Kurt und Bärbel Dietrich brachten sich früh ein.

Herren

Uwe Jahn setzte die Impulse im Herren-Bereich, trainierte selbst die 1. Herren und die männliche Jugend, brachte als hervorragender Leichtathlet auch selbst viel Athletik in das Spiel der 1. Herren. Und er sorgte dafür, dass schnell auch amerikanischer Einfluss ins TVL-Spiel kam. So verwundert es nicht, dass die Mannschaft schon in ihrer 2. Saison (67/68) einen amerikanischen Trainer hatte.

Mit Brad Brüggemann und danach Paul Tryonis kamen sie jedoch bis 1971 nicht über die Bezirksliga hinaus. Erst als der Trainer der 1. Damen, Bernd Sladek, auch die Herren übernahm, gelang 1971 der Aufstieg in die Landesliga-Süd. Das Team um Uwe Jahn, Bernd Sladek, Rainer Poeplau, Hartmut „Hatzi“ Goebel, an das mit Jürgen Fornoff bald auch das erste Talent aus der TVL-Jugend den Anschluss fand, belegte 71/72 in der Landesliga mit Trainer Ricky Stanton den 5. Platz.

Auch Jungen-Mannschaften wurden schnell gebildet

Eine erste A-Jungen-Mannschaft baute schon 1967 Uwe Jahn auf. Das 1. Spiel ging am 10. Juli 1968 gegen TGS Ober-Ramstadt mit 29:68 verloren.

Uwe Jahn war auch Trainer der B-Jungen (Jahrgänge 54/55), die ebenfalls ihr 1. Spiel 1969 hatten. Sie besiegten am 27. November SSG Darmstadt (78:28).

Georg „Schorschi“ Sladek war 1969 der erste Trainer der C-Jungen (Jahrgänge 56/57). Ihr 1. Spiel verloren sie am 17. Oktober 1969 gegen BC Neu-Isenburgs B-Jungen mit 21:47.

Mädchen-Basketball mit ersten Erfolgen

Deutlich rasanter entwickelte sich in Langen der Mädchen- und Damen-Basketball. Eine Jugend-Mannschaft, die A-Mädchen, trat mit Trainerin Gisela Jahn erstmals in der Saison 1967/68 an mit den Jahrgängen 1949 bis 1951. Das 1. Spiel wurde in der Albert-Einstein-Schule gegen BC Darmstadt gleich gewonnen (31:24).

Binnen fünf Jahren führte Gisela Jahn ihre Mädchen bis ins Finalturnier um die deutsche Meisterschaft. Der 3. Platz war 1972 ein erster großer Erfolg für den jungen TV Langen-Basketball und für die A-Mädchen Jahrgängen 53/54.

Auch B-Mädchen gab es ab ab 1970. Trainerin war auch hier Gisela Jahn. Das 1. Spiel wurde am 17. Oktober 1970 gespielt (108:16 gegen EOSC Offenbach). Das Team wurde auf Anhieb Bezirks- und Hessenmeister.

B-MädchenSchon 1971 gewannen die B-Mädchen in Heidelberg die deutsche Vize-Meisterschaft in folgender Besetzung (von links): Inge Riedl, Isi Richnow, Margrit Karn, Ute Klingler, Billy Hempel, Ute Wienke, Gaby Marx, Gabi Ulrich, Christa Hoffmann und Trainerin Gisela Jahn.

Die erste C-Mädchenmannschaft bildete 1969 Trainer Wolfgang Aevers. Er selbst spielte in der A-Jugend. Sein früher Tod nach schwerer Krankheit im Jahr 1970 war für die Abteilung ein schwerer Verlust. Seine Mädchen spielten zum ersten Mal am 22. November 1969 und unterlagen dem TV Alzey mit 20:46.

Wolfgang Aevers – ein ganz besonders engagierter Jugendlicher mit viel zu frühem Tod

Einen ganz besonderen Jugendspieler hatte Trainer Uwe Jahn in Wolfgang Aevers entdeckt und gefördert. Als erster Langener Jugendspieler erhielt er 1969 eine Einladung zu einem Nationalmannschafts-Lehrgang der B-Jungen nach Korsika. Parallel hatte sich Wolfgang bereits früh als Trainer für TVL-Jungen und –Mädchen engagiert.
Uwe Jahn erinnert sich: „Als Wolfgang aus Korsika zurückkam, konnte er im Training beim Korbleger nicht mehr richtig abspringen. Wir dachten zunächst, er habe einen ungeheuren Muskelkater von dem harten Training mitgebracht. Doch es stellte sich dann heraus, dass Leukämie die Ursache für seine Schwäche war.“ Trotz der schweren Erkrankung wirkte er immer noch weiter als Trainer, auch als Helfer bei den Bundesligaspielen der Damen. Am 16. Mai 1972 ist Wolfgang Aevers verstorben.

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Wolfgang Aevers als Trainer der Mädchen 

 

Die 1. Damen entwickelten sich in Deutschlands Spitze – 3. Platz bei der deutschen Meisterschaft 1972

Die TVL-Damen entwickelten sich seit 1967 unter Leitung von Trainer Bernd Sladek rasant. 1968 wurden sie bereits Hessenmeister und  stiegen in die Regionalliga auf. Bärbel Dietrich war mit ihrem Tempospiel ein Erfolgsgarant. Und 1971 folgte der Aufstieg in die damals noch zweigeteilte 1. Bundesliga, die in einer Süd- und einer und Nord-Gruppe gespielt wurde.

Inzwischen hatten sich einige Frankfurterinnen in Langen eingefunden, vor allem Ex-Nationalspielerin Hanne Kohl. Aber auch erste Spielerinnen aus dem TVL-Talent-Pool  hatten den Sprung in die 1. Damen geschafft, allen voran Helga Adolph, die später erstmals in die Damen-Nationalmannschaft berufen wurde.

Sie spielten eine atemberaubende Saison, wurden am Ende Vizemeister der 2. Bundesliga-Süd und durften somit gegen den Nordmeister im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft spielen. Doch Göttingen 05, damals die erste Adresse im deutschen Damen-Basketball, war noch eine Nummer zu groß. So unterlagen die TVL-Damen, wurden aber 3. der deutschen Meisterschaft 1972 – ein  Riesenerfolg für die junge Basketball-Abteilung.

Erstmals Mini-Basketball im TV Langen

1970 baute Trainer Jörg Jahn erstmals eine Mini-Mannschaft auf. Das waren damals Mädchen/Jungen gemischt, die jünger als 12 Jahre (Jahrgänge 1959+60) alt waren. Ihr erstes Spiel verloren sie am 15. Dezmber 1970 mit 2:32 gegen TGS Ober-Ramstadt, brachten es aber in ihrer 1. Saison immerhin schon auf vier Siege.

Organisator Jörg Jahn

Neben den Trainern übernahm Jörg Jahn Organisations-Aufgaben. Er war ab Juni 1969 Abteilungs-Schriftführer, wurde im Oktober 1969 sogar zum Vorsitzenden des Basketball-Bezirks Darmstadt gewählt. Er half ganz wesentlich, das verbandliche Umfeld auf Vordermann zu bringen. An der Hintergrundarbeit beteiligte er alle interessierten Trainer und Jugendlichen, um die Angst vor Ehrenämtern abzubauen. Er machte früh viele TVL-Basketball-Fotos, gestaltete den Schaukasten in der Bahnstraße und baute als Maschinenbau-Student einige Geräte selbst (z. B. eine Spielzeit-Uhr mit Fußbetrieb, gegossene Alu-Korbringe, die haltbarer waren als die seinerzeit üblichen). Neben seinem Organisations-Geschick war ebenso genial, wie es ihm gelang, auch die interessierten Sportkameraden im ganzen Bezirk zu motivieren (Wochenendkurs für Staffelleiter / Spielplanerstellung) und das „Betriebsklima“ zwischen den Vereinen zu entkrampfen. Innerhalb von 12 Monaten gelang es, die Spielverlegungsquote von ca. 25% auf unter 2% zu bringen.

Und wo wurde gespielt in Langen ?

Inzwischen in den Turnhallen des Dreieich-Gymnasiums in der Goethestraße sowie der Adolf-Reichwein-Schule in der Zimmerstraße. Und im November 1969 wurden die Bäume für die Errichtung des Freiplatzes im Oberlindener Stadion gefällt.

Die Abteilungsleiter der ersten Jahre:

Willibald Kinnebrock (1966-68)

Dieter Hoffmann (1968-70)

Harald Ziegler (1970/71)

Bernd Sladek (1971/72)

 

 

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